Entwarnung am Grauenhofer Weg
Grauenhofer Weg: Pressemitteilung der Stadt
Bürgerinfo zum Grauenhofer Weg
AZ-WEB.DE Aachener Zeitung
03.12.2008, 12:10
Aachen.
Dabei handelt es sich um sogenannten «oberflächennahen Altbergbau». Die Stadt wurde nur wenige Tage zuvor selbst erstmalig und überraschend durch die Bezirksregierung Arnsberg über die Existenz eines Flözes «Wilhelmine» unterrichtet, das vermutlich im 18. oder 19. Jahrhundert abgebaut werden sollte.
Ob hier allerdings tatsächlich jemals Bergbau betrieben wurde, ist derzeit noch völlig offen. Ein Gutachter wurde sofort damit beauftragt, zu untersuchen, in welchem Zustand sich das Flöz befindet. Gesucht wird auch nach einem Einstiegsschacht.
Mittlerweile konnte unter Mithilfe des Katasteramtes die genaue Position dieses Schachtes näher bestimmt werden. Eine Begutachtung der Baugruben hat inzwischen ergeben, dass die Lage des Flözes etwa 30 Meter weiter Richtung Südosten angenommen werden muss.
Dadurch sind die Grundstücke, die sich im Nordwesten der Arlingtonstraße befinden, nach Ansicht der Gutachter jetzt völlig ungefährdet.
Voraussichtlich am Freitag werden die Vorbereitungen für Bohrungen beginnen, um die genaue Lage des Flözes festzustellen.
Um die Bürgerinnen und Bürger über die aktuellen Entwicklungen zu informieren, veranstaltet die Stadt Aachen am kommenden Montag, 8. Dezember, um 18 Uhr im Saalbau Kommer, Forster Linde 57, eine Informationsveranstaltung.
Daran teilnehmen werden unter anderem Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken, Vertreter des Bauaufsichtsamtes und des Immobilienmanagements der Stadt Aachen sowie ein Vertreter des Ingenieurbüros, das mit der geologischen Untersuchung beauftragt worden ist.
Mit einem Schreiben des Bauaufsichtsamtes vom 25. November wurden die Anwohner des Neubaugebietes Grauenhofer Weg darüber informiert, dass im Bereich Arlingtonstraße ein bislang unbekanntes Bergwerksfeld entdeckt worden ist.
Neubaugebiet Grauenhoferweg
Aachener Nachrichten, 27.11.2008
Gruben unterm Neubaugebiet
Aachen. Die Stadt reagierte sofort. Nachdem die zuständige Bezirksregierung Arnsberg mitgeteilt hatte, dass unter dem Neubaugebiet Grauenhofer Weg einmal Erz und Kohle abgebaut worden seien, gingen Schreiben an einen Teil der künftigen Bewohner raus. Tenor: die Baumaßnahmen erst einmal einstellen.
Axel Costard vom Presseamt: «Wir wollen nichts überdramatisieren, aber wir müssen juristisch auf der sicheren Seite sein.» Von den Hinweisen aus dem Sauerland wurde die Stadt kalt erwischt, bis dato war von Bergwerksfeldern am Grauenhofer Weg nichts bekannt. Nun sieht es aber so aus, als ob sich in diesem Bereich die Gruben «Ferdinand» und «Alexander» befinden könnten, die im 18. und 19. Jahrhundert bewirtschaftet wurden. Im sogenannten «oberflächennahen Altbergbau» wurden Eisen- und Bleierz, Galmei und Steinkohle gewonnen. Nach vorläufigen Erkenntnissen waren dort kleine Unternehmen tätig, so dass der Flöz «Wilhelmine» möglicherweise nicht vollständig abgebaut worden ist.Für die Bauherren, so wurde gestern betont, «besteht voraussichtlich keine Gefahr einer Absenkung des Geländes». Man stehe in engem Kontakt und werde das weitere Vorgehen mit ihnen abstimmen. Andererseits - siehe oben - müsse man schon aus rechtlichen Gründen darauf hinweisen, dass es im Augenblick sinnvoll sei, an einigen Häusern nicht weiterzubauen.